Gesundes auf der Haut

Immer wieder decken neue Studien auf, mit welch hoher Konzentration unsere Kleidung mit Chemikalien und Giftstoffen belastet ist. Krebserregende Stoffe und Hormone sind besonders in Kinderkleidung ein ernsthaftes Problem. Viele Verbraucher greifen zu teuren Markenprodukten, in der Hoffnung, schadstofffreie Kleidung zu kaufen. Leider sind fast alle Kleidungstücke, die bei uns erhältlich sind belastet. Ein höherer Preis oder Markenname spielt oftmals keine Rolle.
Chemikalien in unserer Kleidung

Als Verbraucher weiß man oft nicht, welche Chemikalien und Giftstoffe sich in unserer Kleidung befinden. Beispielsweise das Halbmetall Antimon. Es ist circa zehnmal giftiger als Blei und steht im Verdacht krebserregend zu sein. Antimonoxid wird beispielsweise bei der Herstellung von Polyester eingesetzt, dient als Flammschutzmittel und ist in einigen Farbstoffen enthalten.
Polyfluorite Verbindungen, kurz PFCs und Tenside wie NPE können krebserregend sein und werden häufig in der Textilindustrie eingesetzt. PFC Verbindungen fassen rund 800 unterschiedliche Stoffe zusammen. Vor allem die schmutz- und wasserabweisende Wirkung der Verbindungen werden von den Textilherstellern gerne in den Vordergrund gestellt. Die toxischen Verbindungen beeinflussen nicht nur das Immunsystem, sondern auch die Fruchtbarkeit und können zu Schilddrüsenerkrankungen führen.

Die PFC Verbindungen sind langlebig und werden nicht natürlich abgebaut. So konnten Wissenschaftler spuren davon in Muttermilch nachweisen. Sogar in Tieren, die weit entfernt von bewohnten Gebieten leben, konnten Rückstände nachgewiesen werden. Fast alle Lebewesen sind davon betroffen.

Der Weichmacher Phthalate sind vor allem in den bunten Aufdrucken auf T-Shirts zu finden. Der chemische Stoff wird über die Haut aufgenommen und kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen. Schäden an Schilddrüse oder Leber können entstehen und die Fortpflanzungsfähigkeit wird beeinträchtigt.
Der Verbraucher entscheidet

Als Verbraucher bist du selbst verantwortlich, wo und welche Kleidung du kaufst. Bevor du eine große Shoppingtour in der Stadt startest, überlege, welche Kleidungsstücke du wirklich brauchst?! Wer 15 Jeans im Schrank hängen hat, der braucht sicherlich nicht noch eine. Eine gute Alternative sind Second-Hand Läden oder die beliebter werdenden Tauschbörsen. Hier bringst du deine noch gut erhaltenen Stücke mit und suchst dir Teile von anderen Besuchern aus. Diese umweltfreundliche Version des Recyclings bieten fast allen größeren Städten regelmäßig an.
Es ist nicht einfach, Kleidungsstücke ohne Chemikalien zu erkennen. Es gibt ein paar Siegel, die auf die Einhaltung von Qualitätsrichtlinien und Arbeitsbedingungen achten. DAS GOTS Siegel, Global organic textile Standard, achtet vor allem auf die Verwendung von natürlichen Fasern aus biologischer Herstellung. Toxische Zusätze oder Chemikalien dürfen beim Verarbeitungsprozess nicht verwendet werden. Ähnliche Anforderungen müssen die Hersteller und Unternehmer erfüllen, wenn sie das Siegel des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft „IVN Best“ erhalten möchten.

Beim Kauf von Kleidungsstücken findest du auf dem Etikett die Zusammensetzung des Materials. Am besten wählst du Shirts und Pullover aus natürlichen Stoffen oder Bio-Baumwolle. Manche Kleidungsgeschäfte bieten sogenannte Fair-Trade Produkte an. Du stellst sicher, dass Richtlinien welche die Arbeitsbedingungen festlegen, eingehalten werden. Sticker mit den Aufschriften „knitterfrei“ oder „separat waschen“ sind meist ein Hinweis auf einen erhöhten Einsatz von chemischen Zusätzen und diese Kleidungsstücke solltest du vermeiden.
Wissenschaftler sind beunruhigt, denn es gibt keine eindeutigen Studien, was der Mix aus verschiedenen Chemikalien für den menschlichen Körper und die Umwelt bedeutet. Vor allem Kinderkleidung sollte frei von den Zusätzen sein, denn die kleinen Körper werden weit mehr durch die Chemikalien belastet. Es gibt bereits Möglichkeiten, auf viele der Giftstoffe zu verzichten. Der Verbraucher muss nun ein eindeutiges Zeichen an die Industrie schicken.

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