Schafhaltung in Deutschland

Die Schafhaltung hat in Deutschland lange Tradition. Im Jahr 1860 erreichte die Schafpopulation mit rund 20 Millionen Tieren ihren Höhepunkt. Seit diesem Zeitpunkt ging die Zahl der Tiere in Deutschland immer weiter zurück. 1960 gab es in Westdeutschland nur noch 700.000 Schafe. Die Zahl in Ostdeutschland war etwas höher, da die DDR abgeschirmt vom Westen war. Doch auch hier fielen die Zahlen nach der Grenzöffnung. Heute leben aber wieder knapp 3 Millionen Schafe in Deutschland. Doch die niedrigen Wollpreise und die Konkurrenz aus dem Ausland machen es den Schäfern immer schwerer.

Anforderungen an die Haltung

Schafe sind sehr umgängliche und freundliche Tiere. Die Paarhufer gehören zur Familie der Hornträger und fressen ausschließlich Pflanzen. Genauso wie Kühe und Pferde sind sie Wiederkäuer. Schafe sind Herdentiere und müssen immer in einer Gruppe gehalten werden. Es muss immer Sichtkontakt mit anderen Tieren möglich sein, damit sich Schafe wohlfühlen. Männliche Tiere werden als Widder oder Bock bezeichnet. Die Tiere können bis zu 20 Jahre alt werden.

Schafe sind Weidentiere und möchten Auslauf im Freien. Die Grünfläche muss groß genug sein, damit alle Tiere auch ausreichend Futter finden. Die Tiere müssen sich genug bewegen, damit sie auch ihre Klauen ausreichend abnutzen. Die Weidefläche muss eingezäunt werden, um ungebetene Besucher abzuhalten und damit die Tiere nicht weglaufen können. Außerdem muss den Tieren ein Unterstand oder Stall zur Verfügung stehen. Dieser dient als Schutz vor schlechtem Wetter und die Tiere können sich hinlegen und ausruhen. Während der Wintermonate sollten die Schafe in einem festen Stall untergebracht sein. Frisches Einstreu, saubere Trink- und Futterbehälter sind unumgänglich. Wer Hilfe bei Schafschur, Klauenpflege und Entwurmung braucht, sollte beim örtlichen Tierarzt nachfragen, dort bekommt man Informationen und Kontaktadressen.

Schaffell % Co

Eine kleine Schaffamilie
Eine kleine Schaf-Familie 😉

Lämmer und Schafe werden in Deutschland aus unterschiedlichen Gründen gehalten. Immer beliebter wird Lammfleisch. Das kalorienarme Fleisch besitzt viele Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß. Das Fleisch ist zart und leicht bekömmlich. Schafsmilch wird in Deutschland eigentlich nicht getrunken, sondern zur Herstellung von Schafsmilchkäse verwendet. In fast jeder deutschen Küche werden hin und wieder Gerichte mit dem Käse zubereitet. Schafsmilch hat eine andere Zusammensetzung als Kuh- oder Ziegenmilch. Ein höherer Fettanteil macht die Milch zu etwas Besonderem.
Ein weiterer wichtiger Grund für die Schafhaltung ist die Landschaftspflege. In der Lüneburger Heide, der Fränkischen und der Schwäbischen Alb leisten die Tiere wichtige Arbeit. Die kleinen Tiere sind schonender für den Boden als zum Beispiel Kühe oder Pferde. Ihre kleinen Hufe eignen sich auch für Hanglandschaften und weiche Böden. Schafe fressen eine Vielzahl von Pflanzen, Sträuchern und Büschen. Sie halten also die gesamte Vegetation unter Kontrolle. Die Schäfer bekommen oftmals Ausgleichszahlungen, da wegen der nährstoffarmen Böden extra zu gefüttert werden muss.

Im Jahr 2000 beschloss das Bundeslandwirtschaftsministerium, dass Schafwolle jetzt zu den „nachwachsenden Rohstoffen“ zählt, und bewilligten damit Zuschüsse für Schäfer. Die Wolle schützt die Tiere vor Wettereinflüssen. Schafswolle wird häufig zur Herstellung von Kleidung, Handschuhen und Mützen verwendet. Schaffelle werden als Vorleger oder als Einlage im Bett verwendet. Die weichen Fellprodukte speichern Wärme und sind hygienisch.

Und apropos Schaf:

<iframe width=“420″ height=“315″ src=“//www.youtube.com/embed/Jnvu_VGIoXw“ frameborder=“0″ allowfullscreen></iframe>

Photo by nagillum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.