Zuhause in unseren Städten – der Waschbär

Der Waschbär wurde ursprünglich in den 1930er Jahren aus Nordamerika nach Deutschland gebracht. In einer feierlichen Zeremonie wurde ein Paar in die deutsche Wildnis entlassen. Circa 15 Jahre später entkamen noch weitere Waschbären aus einer Pelzfarm in der Nähe von Berlin. Seitdem vermehren sich die Kleinbären unaufhaltsam und werden in manchen deutschen Großstädten schon fast zur Plage. Mittlerweile leben zwischen 600.000 und 800.000 Waschbären in Deutschland und er wird bereits zur heimischen Tierwelt hinzugezählt. Kassel wird auch Waschbärenhauptstadt Europas genannt, denn die kleinen Säugetiere scheinen sich hier besonders wohl zu fühlen.

Waschbären auf dem Dachboden

Die flinken Tiere sind hervorragende Kletterer und schlafen während des Tages auf Bäumen im Wald. Das Futterangebot in der Stadt lockt die Tiere jedoch in unsere Wohngebiete. Hier verkriechen sich die scheuen Tiere auf Dachböden, in Kellern oder Schuppen.

Mit ihren Krallen können die Kleinbären ohne Probleme an Abwasserrohren nach oben klettern. Auf dem Dach angekommen schlüpfen sie durch Dachfenster, lose Dachziegel oder auch den Schornstein ins Innere. Hier überwintern die Tiere, schlafen während des Tages oder ziehen ihre Jungen auf. Besonders in der Dämmerung und Nacht werden Waschbären aktiv und verlassen ihr Versteck. Auf der Suche nach Futter durchwühlen sie Mülltonnen und Abfall und naschen gerne reife Früchte in Obstgärten.

Normalerweise verstecken sich die Tiere, sobald Menschen in ihre Nähe kommen. Hast du die Befürchtung, dass Waschbären deinen Dachboden bezogen haben, gibt es ein paar Tipps. Dränge die Tiere in eine Ecke, denn dann könnte dich der Waschbär mit seinen scharfen Krallen und Zähnen angreifen. Besonders Muttertiere mit Jungen solltest du in Ruhe lassen. Bevor du die undichten Stellen im Dach verschließt, schalte über Nacht das Licht und einen Radio ein. Somit schließt du keines der Tiere ein.

Hinterlassenschaften wie Kot und Urin solltest du mit Handschuhen und Desinfektionsspray entfernen. Eventuell musst du vom Fachmann die Dachdämmung überprüfen und reparieren lassen. Auch wenn die Tiere noch so niedlich aussehen, Waschbären sind Wildtiere und oftmals Träger von Krankheiten und Parasiten.

Typisch Waschbär

Der Kleinbär hat eine typische Fellzeichnung. Gut erkennen kannst du ihn am geringelten Schwanz mit der schwarzen Spitze. Außerdem trägt er eine schwarze Maske mit weißer Umrandung im Gesicht. Ein Waschbär wird bis zu 60 Zentimeter groß und kann bis zu zwölf Kilogramm wiegen. Das Fell ist normalerweise weiß, grau und schwarz schattiert.

Das Fell des Waschbären wird zur Herstellung von Kleidung und Accessoires verwendet. Besonders zu Zeiten als lange Fellsorten beliebt waren, zählte der dauerhafte Langhaarpelz des Waschbären zu den Favoriten. Jedoch nur wenn das Produkt mit „Raccoon“ bezeichnet ist, handelt es sich um echtes Waschbärfell. Fellartikel aus Finnraccoon oder russisch Raccoon sind vom Seefuchs. Er gehört zu den Marderhunden und wird auch Waschbärhund genannt.