Wolle vom Merinoschaf

Das Merinoschaf kommt ursprünglich aus Nordafrika und wurde während des Hochmittelalters auch in Spanien angesiedelt. Die Feinwoll-Rasse hat sich in Europa immer weiter ausgebreitet, was auf die steigende wirtschaftliche Bedeutung der hochwertigen Wolle zurückzuführen ist. Heute sind Neuseeland und Australien die Hauptlieferanten des Naturproduktes. Merinoschafe werden einmal im Jahr geschoren und bringen circa zwei bis vier Kilo Wolle. Beim Kauf von Merinoartikeln sollten Sie auf die Haltungsbedingungen und Verpflichtungen der Herstellerfirmen achten. Durch einen in wärmeren Ländern vorkommenden Fliegenbefall werden die Jungtiere teilweise schlecht behandelt. Immer mehr Hersteller jedoch verpflichten sich, auf eine artgerechte Haltung zu achten.

Merinoschafe in Deutschland

In Deutschland fühlen sich drei unterschiedliche Merinoschafrassen wohl. Durch Kreuzungen mit anderen Rassen haben sie sich durchgesetzt. Hauptsächlich zur Gewinnung von Wolle und zum Verkauf von Lammfleisch wurden die Rassen gezüchtet.

Das Merinolandschaf ist die häufigste in Deutschland gezüchtete Nutzrasse. Circa 30 Prozent der Schafe in der Bundesrepublik zählen zu dieser Rasse. Sie ist widerstandsfähig und produziert viel Wolle. Das Merinofleischschaf wurde, wie der Name schon erkennen lässt, hauptsächlich zur Fleischproduktion gezüchtet. Der Preisverfall bei am Wollmarkt und steigende Schaffleischpreise gaben den Ausschlag. Heute ist die Rasse vom Aussterben bedroht. Die dritte in Deutschland beheimatete Rasse ist das Merinolangwollschaf. Die Wolle der Hausschafrasse wird ebenso verwendet wie das Fleisch der Lämmer.

Viele Rassen werden auch zur Landschaftspflege eingesetzt. Der Schäfer zieht mit seinen Tieren dann in einem vorher mit den Gemeinden abgestimmten Gebiet umher. Schafe eignen sich hervorragend zur Pflege von Grünflächen. Durch die Hufe wird Bodenerosion verhindert, unerwünschte Pflanzen können zurückgedrängt werden und beispielsweise Samen werden im Fell der Tiere an andere Standorte transportiert. Durch die Landschaftspflege mit Schafen werden neue Lebensräume für teilweise bedrohte Tierarten geschaffen. Egal ob steile Hänge, flache Ebenen oder sumpfige Gebiete, für jede Landschaft gibt es die passende Schafrasse. Der Schäfer braucht dabei nicht nur ein gutes Verständnis für seine Tiere, sondern er muss erkennen, wie lange sich die Schafe auf einer Weide aufhalten können, bis sie weiterziehen müssen. Hat sich ein Stück Land und die Bepflanzung erholt, kann der Schäfer dorthin mit seinen Tieren zurückkehren.

Hochwertige Merinowolle

Merinowolle wird, vor allem bei der Outdoor-Bekleidung immer beliebter. Die Wolle verbindet ein paar hervorragende Eigenschaften, die das Naturprodukt so wertvoll machen. Merinowolle ist nur halb so dick wie normale Wolle und die Fasern kratzen nicht auf der Haut. Deshalb eignen sie sich besonders für Sportunterwäsche. Ein weiterer Vorteil, auch wenn die Merinowolle nass ist, wärmt sie den Körper. Die Textilien sind atmungsaktiv, trocknen schnell und außerdem antibakteriell. Kleidungsstücke aus Merinowolle müssen nicht so oft gewaschen werden, da sie auch nach längerem Tragen nicht nach Schweiß riechen.

Bei der Pflege sind Merinotextilien meist einfach als andere Wolle oder Daunen. Natürlich muss immer auf die Anweisungen auf dem Pflegeetikett geachtet werden. Die Merinowolle kann meistens in der Waschmaschine mit Normalwaschmittel gereinigt werden. Spezielles Wollwaschmittel ist nur für grobe Wollfasern geeignet und nicht für die feine Merinowolle. Zwischen 30 und 40 Grad und ohne Weichspüler wird die Kleidung sauber. Die Stücke allerdings nicht in den Trockner geben, sondern am besten liegend trocknen lassen. Unschönes Pilling, also die Knötchenbildung kann verhindert werde, indem beispielsweise eine Jeans mit in die Waschmaschine kommt. Das rauere Material verhindert zum größten Teil die Knötchen. Wie bei allen anderen Textilien auch sollten die Waschladungen nach Farben sortiert sein, um unschöne Verfärbungen zu vermeiden.

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